Basisinformationsblätter bilden keine realistische Entscheidungsgrundlage

Bei Finanzanlagen sind die Szenarien in den Basisinformationsblättern (BIB) eine fragwürdige Entscheidungsgrundlage für die Kunden. Das bemängeln die Marktwächter der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Performance spiegelt nicht die Marktlage wider

Es waren zunehmende Beschwerden der Verbraucher, die das Interesse auf dieses Problem lenkten. Die Angaben in den Performance-Szenarien weisen nach Meinung der Verbraucherschützer erhebliche Mängel auf. Sie eignen sich nach ihrer Einschätzung nicht als Entscheidungsgrundlage. Referent Benjamin Wick, der Marktwächter für Finanzen bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, kritisiert vor allem unrealistische Renditeangaben. Grundlage waren die BIBs zahlreicher, unterschiedlicher Anbieter. Hier fördern die Berechnungsgrundlagen des Gesetzgebers manchmal absurde Ergebnisse zutage. Ihre Umsetzung führt zum Beispiel zu dem Ergebnis, dass selbst bei einem pessimistischen Szenario immer noch eine jährliche Rendite von durchschnittlich 48 Prozent möglich ist.

Berechnungszeitraum zu kurz

Die Marktwächter bescheinigen den BIBs, dass sie durchaus historische Renditen von Bezugsgrößen berücksichtigen. Das sind zum Beispiel:

  • Zinssätze
  • Aktienkurse
  • Indexstände

Doch diese würden nur über einen Zeitraum von fünf Jahren betrachtet. Und das, so die Verbraucherschützer, sei viel zu kurz, um belastbare Schlussfolgerungen für Risiken und Renditen in der Zukunft zu ziehen. Aufgrund dieser Ergebnisse wurde der Verbraucherzentrale Bundesverband tätig. Er fordert den Gesetzgeber der Europäischen Union auf, diese Defizite in den BIBs umgehend abzustellen.