Girokonto-Vergleich

Ohne ein Girokonto ist die Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr nicht möglich. Unabhängig von der Schufa ist es heute für jeden möglich, ein Girokonto zu eröffnen. Um Sie optimal zu informieren, haben wir mit unserer Finanzredaktion und erfahrenen Experten einen Girokonto-Vergleich für einen guten Überblick erarbeitet. Wenn Sie sich darüber hinaus genauer in das Thema einlesen möchten oder sich für spezielle Aspekte interessieren, finden Sie unter dem Vergleich unseren umfangreichen Ratgeber. Finden Sie jetzt das für Sie beste Girokonto und eröffnen es direkt online!

Girokonto-Vergleich 2024

Das Girokonto auf einen Blick

  • Girokonten können als Einzelkonto oder Gemeinschaftskonto geführt werden.
  • Jeder Bürger der EU hat das Recht, ein Girokonto zu eröffnen.
  • Girokonten können mit einem Dispositionskredit ausgestattet sein, oder als reines Guthabenkonto geführt werden.
  • Bei schwacher Bonität oder für Minderjährige bieten die Banken Girokonten auf Guthabenbasis an.
  • Pfändungsschutzkonten stellen ohne großen Aufwand sicher, dass Dritte nur Zugriff auf Guthaben oberhalb der Pfändungsfreigrenze erhalten.
  • Gemeinschaftskonten lauten auf mehrere Kontoinhaber, die je nach Kontoart getrennt oder nur gemeinsam über das Konto verfügen können.
  • Hinsichtlich der Zinsen bei Kontoüberziehungen gibt ein Girokonto-Test Aufschluss, welche Bank die besten Konditionen bietet.

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Die Auswahl bei Girokonten ist unerschöpflich. Fast jede Bank in Deutschland, abgesehen von Spezialinstituten, bietet ein Girokonto an. Wer sein erstes Girokonto eröffnen oder die Bank wechseln möchte, hat theoretisch die Qual der Wahl. Auf der anderen Seite gibt es aber auch ganz klare Kriterien, wie Verbraucher die Spreu vom Weizen trennen können.

Die Zeiten, in denen der Nachwuchs zur Sparkasse ging, um dort sein Konto zu eröffnen, weil die Eltern dort auch Kunden sind, ist längst vorbei. Die Generation Internet hat gelernt, einen Online-Vergleich zu nutzen und sich hier über die besten Angebote zu informieren. Dies gilt für Handys ebenso wie für Laptops oder eben einen Girokonto-Test.

Für die Filialbanken bedeutet ein Girokonto-Vergleich online, dass sie theoretisch ihre Geschäftsmodelle umstellen müssten. Dem ist aber nicht so, lieber sehen sie dabei zu, wie die Kunden zu den deutlich günstigeren Direktanbietern abwandern.

Welche Konten gibt es in der Grobunterteilung?

Zunächst einmal müssen Verbraucher zwischen einem klassischen Girokonto, einem Girokonto auf Guthabenbasis und einem Pfändungsschutzkonto unterscheiden.

Konto mit Überziehungsrahmen

Das klassische Girokonto ist am häufigsten verbreitet. Der Kontoinhaber bekommt in der Regel seitens der Bank einen Dispokredit eingeräumt und erhält eine Maestro-Karte. Die Bandbreite der Dispozinsen ist allerdings gewaltig. Ein Girokonto-Vergleich zeigt, welche Institute am günstigsten abschneiden.

Das Guthabenkonto

Das Guthabenkonto, auch als Bürgerkonto bekannt, bietet dem Kontoinhaber die grundlegenden Funktionen, um am Zahlungsverkehr teilzunehmen. Seit Sommer 2016 hat jeder, der sich legal in Europa aufhält, das Recht auf ein solches Konto. Die Banken müssen auf Wunsch ein Konto auf Guthabenbasis eröffnen. Der Haken dabei ist, dass diese Konten häufig recht teuer sind, in diesem Fall ist also ein genauer Girokonto-Vergleich zwingend. Ein Guthabenkonto eröffnen stellt eine Lösung für alle diejenigen dar, die entweder eine negative Schufa aufweisen, oder eine Einsichtnahme in die Schufa vermeiden möchten. Minderjährige dürfen ein Kinderkonto eröffnen, wenn es als Guthabenkonto geführt wird. Das deutsche Recht untersagt die Kreditaufnahme durch Minderjährige, ein Sachverhalt, der jedoch mit einem Dispo gegeben wäre.

Das Pfändungsschutzkonto

Das Pfändungsschutzkonto basiert auf einem regulären Girokonto, allerdings lässt die Bank einen Zugriff Dritter nur bis zur Höhe der Pfändungsfreigrenze von 1.073,88 Euro zu. Jedes beliebige Girokonto kann in ein P-Konto gewandelt werden. Überhöhte Gebühren sind für das P-Konto nicht zulässig. Das P-Konto wird formlos eingerichtet, lediglich für eine höhere Pfändungsfreigrenze, beispielsweise für Kindergeld, muss der Kontoinhaber die entsprechenden Nachweise vorlegen.

Gemeinschaftskonten

Auch das beste Girokonto kann grundsätzlich als Einzelkonto oder als Gemeinschaftskonto geführt werden. Paare entscheiden sich häufig für ein Oder-Konto. Bei dieser Variante ist jeder Kontoinhaber alleine verfügungsberechtigt. Das Und-Konto dagegen, ebenfalls ein Gemeinschaftskonto, verlangt, dass die Kontoinhaber Verfügungen gemeinsam vornehmen. Es findet überwiegend bei Sozietäten, Erbengemeinschaften oder Vereinen Anwendung.

Wer sein Girokonto als Einzelkonto eröffnen möchte, kann Dritten jedoch durch eine Vollmacht Zugriff auf das Konto gewähren.

Kontopakete

Filialbanken und Sparkassen tendieren nach wie vor noch dazu, jedes Produkt, Konto, Karte, Tagesgeld, für sich alleine zu betrachten. Ein Girokonto eröffnen bedeutet nicht gleichzeitig, auch eine Kreditkarte und ein Tagesgeldkonto zu erhalten. Tagesgeldkonten kosten nichts, wohl aber die Kreditkarten. Hier berechnen die Banken in der Fläche immer noch eine zusätzliche Jahresgebühr.

Direktbanken sind schon vor Jahren dazu übergangen, dass ein Girokonto nicht nur aus dem Konto besteht, sondern auch eine Kreditkarte und in einigen Fällen auch ein Tagesgeldkonto einschließt. Diese Paketlösungen fallen, wie wir noch sehen werden, deutlich günstiger aus.

Die Prämie zur Eröffnung

Eine Prämie für Neukunden sollte nicht der einzige Ausschlag sein, um bei einer bestimmten Bank ein Girokonto zu eröffnen. Allerdings ist eine Einzahlung durch die Bank in Höhe von 50 oder 75 Euro natürlich auch nicht uninteressant. Liegen zwei Banken im Girokonto-Vergleich gleich auf, wird die Bank, welche es honoriert, wenn Neukunden ein Girokonto eröffnen, wohl das Rennen machen.

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Gibt es ein kostenloses Girokonto?

Böse formuliert, wer heute noch Gebühren für sein Girokonto oder seine Kreditkarte bezahlt, ist selbst daran schuld. Zu Zeiten des inzwischen vom Markt genommenen Postscheckkontos gab es schon einmal ein kostenloses Girokonto. Allerdings war die damals noch staatliche Post der einzige Anbieter.

Die Direktbanken machten es jedoch vor, und begannen im Kampf um neue Kunden, kostenlose Girokonten einzuführen. Anfänglich entfiel die Kontoführungspauschale nur, wenn ein bestimmter monatlicher Mindestgeldeingang sichergestellt war. Von dieser Praxis rückten aber immer mehr Anbieter ab. Die meisten Direktbanken stellen heute kostenlose Girokonten auch ohne regelmäßige Mindestumsätze zur Verfügung. Dabei handelt es sich allerdings um die oben bereits erwähnten Kontopakete. Diese beinhalten eine gebührenfreie Maestro-Karte und eine kostenlose Kreditkarte, meist noch mit Partnerkarte. Nicht bei allen Banken in der Fläche ist die Maestro-Karte, die frühere EC-Karte, kostenfrei. Einige Institute berechnen tatsächlich auch für diese Karte noch eine Gebühr.

Mit der Wahl der richtigen Bank lassen sich im Vergleich mit einigen Filialbanken leicht über einhundert Euro im Jahr sparen. Monatlich sechs Euro Kontoführungsgebühr und 40 Euro für die MasterCard oder VisaCard Gold sind für eine vierköpfige Familie besser in der Reisekasse angelegt.

Kostenloses Direktbankkonto vs Filialbankkonto mit Kontoführungspauschale

Wer die Befürchtung hat, dass ein kostenloses Girokonto bei einer Direktbank mit einem schlechteren Service verknüpft ist, als ein Konto bei einer Filialbank mit Personal in der Zweigstelle, muss sich folgende Sachverhalte vor Augen halten:

  • Filialbanken setzen ebenfalls voll auf das Online-Banking, hier besteht also kein Unterschied.
  • Filialbanken verweisen ihre Kunden bei Überweisungen, Ein- und Auszahlungen oder dem Einrichten von Daueraufträgen an die Automaten im Servicebereich der Filialen. Persönlicher Service findet folglich nicht statt.
  • Kunden, welche nach wie vor papierhafte Überweisungen am Schalter abgeben, zahlen dafür im Gegensatz zu einer elektronischen Überweisung einen höheren Preis.

Mit anderen Worten, die Filialinstitute berechnen ihren Kunden eine Kontoführungspauschale, damit der Kontoinhaber als sein eigener Dienstleister agiert.

Die Rolle der Kreditkarte beim Girokonto-Vergleich

Bezüglich der Kreditkarten gelten aber auch bei einem kostenlosen Girokonto gewisse Unterschiede. Mit einigen Karten ist es möglich, weltweit unbegrenzt oft kostenlos Geld abzuheben. Andere Varianten sehen hier eine maximierte Anzahl von Barverfügungen am Geldautomaten vor. Wer sich viel im Ausland, vor allem außerhalb der Eurozone aufhält, sollte im Rahmen des Girokonto-Vergleichs auf jeden Fall schauen, mit welcher Bank und welcher Kreditkarte er am günstigsten fährt.

Für Viel-Reisende ist auch ein Blick lohnenswert, ob die Bank Gebühren für die Umrechnung aus einer Fremdwährung erhebt. Innerhalb der Eurozone können die Kontoinhaber natürlich auch mit der Maestro-Karte Geld am Automaten abheben. In diesem Fall wird aber grundsätzlich eine Gebühr für Verfügungen an fremden Automaten fällig. Diese beträgt je nach Institut zwischen fünf und zehn Euro.

Die Nebenkosten eines Girokontos

Neben der klassischen Kontoführungsgebühr, welche inzwischen durchaus der Vergangenheit angehört und dem Wegfall der Kosten für eine Kreditkarte fallen aber auch bei einem kostenlosen Girokonto im Einzelfall noch weitere Kosten an.

Bei Zahlungen ins Ausland ist die Schere der Kosten ebenso weit gestreckt, wie bei Kosten für eine Ersatzkarte oder eine Kartensperrung. Bevor es daran geht, das Girokonto zu eröffnen, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in das Kleingedruckte der Konditionen. Nicht jeder ist von Entgelten für Überweisungen in das Ausland betroffen, aber vorkommen kann es immer einmal.

Auch bei dem besten Girokonto auf Guthabenbasis ist die Kreditkarte allerdings nicht kostenfreier Bestandteil. Da es sich hier nur um eine Prepaid-Kreditkarte handeln kann, ist diese kostenpflichtig.

Die sechs wichtigsten Kriterien für ein Girokonto

  • Kostenloses Girokonto ohne Kontoführungspauschale.
  • Gebührenfreie Maestro-Karte und Kreditkarte als Bestandteil des Gesamtpaketes.
  • Niedrige Überziehungszinsen beim Dispokredit.
  • Möglichst unbegrenzte Anzahl kostenloser Barverfügungen an Geldautomaten weltweit.
  • Im Fall eines Guthabenkontos keine überzogenen Kontoführungspauschalen.
  • Moderate Gebühren, wenn überhaupt, für Ersatzkarte oder bei Kartensperrung.

Girokonto eröffnen – so geht’s

Der Girokontovergleich ist abgeschlossen, der persönliche Girokonto-Testsieger steht fest. Jetzt muss die Bankverbindung eigentlich nur noch eröffnet werden. Dazu gibt es, nicht für alle Banken einheitlich, zwei Vorgehensweisen.

Noch nicht sehr verbreitet, aber von einigen Instituten bereits angeboten, ist das Video-Identverfahren. Bei dieser Vorgehensweise entfällt der Weg zur Post, das Konto wird komplett von zu Hause am heimischen PC eröffnet. Alles, was der Neukunde benötigt, dass er sein neues Girokonto eröffnen kann, ist ein PC mit Kamera und Mikrofon und einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit Wohnsitzbestätigung. Der Führerschein ist nicht ausreichend, da er keine Angaben zum Wohnort des Antragstellers enthält.

Im Rahmen eines Video-Chats wird der Antragsteller aufgefordert, seinen Ausweis in die Kamera zu halten, damit die Bank sowohl die Vorder- als auch die Rückseite dokumentieren kann. Anschließend muss der Ausweis noch vor der Kamera bewegt werden, damit der Gesprächspartner anhand des Hologramms die Echtheit prüfen kann. Für den Video-Chat steht in den meisten Fällen Skype oder über die Homepage der Bank die Web-ID Solution zur Verfügung. Die Stiftung Warentest empfiehlt, die Web-ID Solution zu wählen, da diese die größere Datensicherheit bietet.

Stellt die Bank kein Video-Identverfahren bereit, erfolgt die Kontoeröffnung im Rahmen des Post-Identverfahrens. Der Neukunde muss die ausgedruckten und unterschriebenen Kontoantragsunterlagen mit der Post an die Bank zurücksenden. In diesem Rahmen übernimmt ein Mitarbeiter der Post die Identitätsprüfung. Die Voraussetzungen hinsichtlich des Ausweisdokumentes sind die gleichen wie für das Video-Identverfahren.

Der Girokonto im Check – folgende Kriterien sind wichtig

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Die wichtigsten Kriterien, nach denen ein Girokonto im Check bewertet wird, hatten wir schon vorgestellt. Ein gebührenpflichtiges Girokonto kann heute im Girokonto-Vergleich kaum noch das beste Girokonto sein. Das beste Girokonto muss also ein kostenloses Girokonto sein.

Kreditkarten sind heute als Zahlungsmittel nicht mehr wegzudenken. Vor diesem Hintergrund stellt die kostenlose Kreditkarte im gebührenfreien Gesamtpaket ebenfalls ein absolutes Muss dar. Wichtig ist, dass die Zahl der weltweit kostenlosen Barverfügungen am Geldautomaten mit dem Reiseverhalten des Karteninhabers übereinstimmt. Wer nur einmal im Jahr innerhalb der Eurozone verreist, stellt andere Ansprüche, als jemand, der mehrmals jährlich in die USA fliegt.

Die Zinsen für den Dispositionskredit sollten sich im Rahmen halten. Wer sein Konto nie überzieht, muss darauf nicht achten. Alle anderen sollten im Rahmen des Girokonto-Vergleich diesen Faktor aber nicht aus den Augen verlieren.

Nebenkosten, beispielsweise für eine Kartensperrung, sollten ebenfalls moderat ausfallen, wenn überhaupt welche berechnet werden.

Für Guthabenkonten gilt, dass die Zahl der Anbieter für ein kostenloses Girokonto auf Guthabenbasis sehr übersichtlich ausfällt. Um so genauer müssen die Gebühren verglichen werden. Diese driften weit auseinander. Die Entscheidung zugunsten des falschen Kontos kann Kosten im dreistelligen Bereich pro Jahr verursachen.

Bedauerlicherweise spielt das Thema Guthabenzinsen im Girokonto-Vergleich nur noch eine absolut untergeordnete Rolle. Schon seit Jahrzehnten zahlt kaum noch eine Bank einen Zins auf Guthaben auf dem Konto. Die wenigen Banken, die es bisher noch taten, haben dies aufgrund der aktuellen Zinssituation ganz eingestellt oder reduzieren den Zinssatz auf eine eher symbolische Größe, die allenfalls noch Marketingcharakter hat.

Das sagt die Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest unterzog im August 2015 viele Konten, in der Summe waren es 170 an der Zahl, einem kritischen Test. Die Verbraucherschützer stellten fest, dass ein Kontowechsel dem Kontoinhaber bis zu 200 Euro im Jahr sparen kann. Einen besonderen Fokus legte die Stiftung Warentest dabei auf die kostenlosen Girokonten. Dabei kam zutage, dass von allen getesteten Girokonten nur fünf Prozent tatsächlich völlig gebührenfrei waren. Der Begriff „kostenloses Girokonto“ wird in vielen Fällen durch Gebühren wie beispielsweise für Barverfügungen am Geldautomaten aufgeweicht. Ein echtes kostenloses Girokonto ermöglicht seinem Inhaber mittels Kreditkarte unbegrenzte Barverfügungen im Ausland und verzichtet im Idealfall auch auf Kosten für die Umrechnung von Fremdwährung.

Fazit

Der Girokonto-Vergleich 2024 belegt einmal mehr: Wer heute noch Kontoführungsgebühren bezahlt, ist selbst daran schuld. Kostenlose Girokonten in Kombination mit gebührenfreien Kreditkarten bieten eine massive Entlastung für die Haushaltskasse, Gelder, welche anderweitig besser verwendet werden können. Dennoch, auch die kostenlosen Kontopakete unterscheiden sich voneinander. Für Verbraucher ist daher ein Girokonto-Vergleich die sicherste Lösung, um das individuell beste Girokonto für sich selbst zu finden.